Sie befinden sich hier: Stadt Rhede . Kultur & Bildung . Heimatgeschichte

Zum Inhalt springen
Zur Navigation
Wichtigste Seiten
Wichtigste Inhaltsseiten
Bürgerservice
Suchformular

 
Stadtlogo: Das Lächeln im Münsterland
Monatlich wechselndes Panoramabild mit Szenen aus der Stadt Rhede

Zum Inhalt springen
Zum Seitenanfang und Seiteninhaltsnavigation springen
Zur Hauptnavigation springen

Bahnhofstraße

Straßenschild Bahnhofstraße

Namensgebung um 1836 Hohe Baustrasse, seit 1902 Bahnhofstraße

 

Die heutige Bahnhofstraße hat im Laufe der Geschichte ihre Namen schon mehrmals wechseln müssen. Die Bezeichnung Bahnhofstraße ist schließlich geblieben, sie ist natürlich auf den Bahnhof zurückzuführen, der nach dem Bau der Eisenbahnstrecke Bocholt-Rhede-Borken errichtet und am 1.8.1902 eröffnet wurde.

 

Die vorherige Bezeichnung Hohe Baustraße änderte sich im Laufe der Jahre. Die Molkerei siedelte sich dort im Jahre 1896 an. Nach der Eröffnung des Bahnhofs und Inbetriebnahme der Bahnlinie im Jahre 1902 erhielt die Straße den Namen Bahnhofstraße. Der Güter- und Personenverkehr vor allem zwischen Rhede und Bocholt hatte positive Auswirkungen für die Rheder Industrie. Der Bahnhof brannte 1927 ab und wurde ein Jahr später wieder aufgebaut.

 

Während des dritten Reiches mußte die Bahnhofstraße ihren Namen nochmals wechseln und zwar in Adolf-Hitler-Straße. Nach dem II. Weltkrieg erhielt die Straße dann wieder die Bezeichnung Bahnhofstraße.

Berta-Landau-Straße

Straßenschild Berta-Landau-Straße

Bertha Landau

 

geboren 15.05.1887 in Ober-Asphe (Hessen)

gestorben 26.03.1942 im Konzentrationslager Kaiserwald bei Riga

 

Die Bertha-Landau-Straße wurde nach der letzten jüdischen Mitbürgerin in Rhede benannt. Berta Landau fiel dem Nazi-Terror zum Opfer.

 

Berta Landau wollte ihre Heimat nicht verlassen und blieb. Sie war die letzte Jüdin in Rhede, bis die Nazis sie am 11. Dezember 1941 in das Konzentrationslager Kaiserwald bei Riga deportierten. Dort wurde Berta Landau am 26. März 1942 erschossen.

Brinkstraße

Straßenschild Brinkstraße

Auf eine besondere Siedlungsform weist der Name der Brinkstraße hin, die an der früheren Grenze zwischen den Gemeinden Rhede und Altrhede liegt. Als die Straße etwa um 1925 bebaut und benannt wurde, waren Rhede und Altrhede noch selbstständige Gemeinden.

 

Das Wort Brink bezeichnet einen Schutzwall, der die Gehöfte der Bauernschaft umgab. Nach der Gemeinheitsteilung des Landes, in der jeder Anlieger den ihm zustehenden Bereich zugesprochen bekam, gab es in den Brinken häufig noch Restflächen, die nicht von Einzelnen, sondern von Brinkgenossenschaften genutzt wurden.

 

Seit dem späteren Mittelalter ließen sich auf dem Brink neben den Landwirten, die Brinksitzer genannt wurden, auch Handwerker nieder. Diese bezeichnete man als Brinklieger.

Burgplatz

Straßenschild Burgplatz

Der Burgplatz erinnert an die Stätte, an der die erste Burg in Rhede stand. Heute steht hier das St.-Gudula-Kloster der Akademie Klausenhof. Auf dem Boden dieses Gebäudes wurde wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert die erste Burg in Rhede  von der Rittern von Rhede erbaut, die zweimal im folgenden Jahrhundert zerstört wurde.

 

Mit der Entwicklung dieser mittelalterlichen Festung hängt das Werden und Wachsen der Stadt Rhede eng zusammen. Die Menschen siedelten sich im Schutz der Burg an; ihre Wohnungen bildeten den sogenannten "Hofraum" und vorgelagerten Burgplatz. Von dort aus entwickelte sich ein zweiter Mittelpunkt Rhedes.

 

Die Herren von Rhemen erbauten sich um 1426 einen neuen Wohnsitz mit Bergfried und Wassergraben, der zerstörten Burg gegenüber, das Schloß Rhede, das in seiner heutigen Form im Jahre 1564 angelegt wurde. Die Erinnerung an die erste Festung von Rhede ist nie aus dem Bewußtsein der Bevölkerung gewichen. Der 1451 anstelle der alten Burg errichtete Herrensitz wurde "Borg" genannt und daran hat sich bis heute nichts geändert.

 

Die Wassergräben, die auf einen Lageplan von 1857 noch eingezeichnet sind, und die alte Burg sind längst verschwunden. Nur der Straßenname Burgplatz, der nachweislich so mehr als 130 Jahren in dieser bzw. ähnlicher Form existiert.

 

 

Finkestraße

Heinrich Finke

 

geboren 13.06.1855 in Rhede-Krechting

gestorben 19.12.1938 in Freiburg im Breisgau

 

Krechtinger Bürger, kath. Historiker, Geheimrat Professor Dr. Heinrich Finke war Präsident der Görres-Gesellschaft, Ehrenmitglied mehrerer Akademien, Senator der deutschen Akademie und Inhaber des Adlerschildes des Deutschen Reiches.

 

Finke wurde 1888 Privatdozent, 1891 und 1897 Professor für Geschichte in Münster. Er lehrte seit 1898 in Freiburg (Breisgau) und war seit 1924 Präsident der Görresgesellschaft. Sein besonderes Forschungsgebiet war die Kirchen- und Kulturgeschichte des späten Mittelalters, vor allem die Geschichte des Konzils von Konstanz.

Gildekamp

Straßenschild Gildekamp

Die älteste Straßenbezeichnung in Rhede ist der Gildekamp. Der Gildekamp liegt mitten im Ortszentrum von Rhede und grenzt an den Hermann-Schmeinck-Platz. Im historischen Sinne wird der Name Gildekamp zweigeteilt betrachtet, nämlich als Gilde und Kamp. Als Kamp bezeichnet man ein kleines eingefriedetes Grundstück, das nur einem Besitzer gehört. Unter Gilde verstand man in der Vergangenheit den Zusammenschluß von Dorfbewohnern, die sich zum gegenseitigen Schutz zusammenfanden. Die Gilden hatten die Aufgaben, die später die Nachbarschaften übernahmen. Die Angehörigen wurden z.B. bei Unglücksfällen oder in Notlagen von der Gilde unterstützt, aber auch zu religiösen Zwecken oder Festlichkeiten schlossen sich Gilden zusammen. Später bildeten sich daraus Handwerkergilden und Zünfte.

 

Der Platz in Rhede, der heute Gildekamp genannt wird, wurde früher von einer Gilde als Versammlungsort genutzt. Im Jahre 1275 tauchte der Name Gildekamp für diesen Ort erstmals offiziell auf.

Gudulastraße

Straßenschild Gudulastraße

Die Gudulastraße wurde nach der Namespatronin der Rheder Urkirche,  der Heiligen Gudula, benannt, die im 7. Jahrhundert in Brabant lebte. Sie war Zeit ihres Lebens ein Vorbild an Frömmigkeit und Nächstenliebe. Ihre Reliquien wurden 1040 nach Brüssel in eine unter dem Schutz des heiligen Michael stehende Kirche gebracht, die danach die "Gudula-Kirche" genannt wurde.

 

Die erste Rheder Pfarrkirche war von Anfang an der hl. Gudula als Patronin geweiht und das bereits im Jahre 1249, so heißt es in einer bischöflichen Urkunde in Münster.

Hardtstraße

Straßenschild Hardtstraße

Das Gebiet der heutigen Hardtstraße war wahrscheinlich schon im 13. oder 14. Jahrhundert besiedelt. In diesem Gebiet standen zahlreiche Wälder, denn die Bezeichnung "Haart" aus dem Althochdeutschen bedeutet Wald. Noch heute befinden sich auf der Hardtstraße mächtige Linden, die den Straßenrand einfassen.

 

Im Jahre 1816 fasste der damalige Bürgermeister erstmals einen Plan, die Hardt als Straße auszubauen, denn sie gehörte zu der Poststrecke von Bocholt nach Borken.

 

Nahe des Bahnübergangs wird ein Teil der Hardtstraße noch heute im Volksmund "Barriere" genannt, und das nicht etwa wegen der Bahnschranken, sondern weil dort früher eine Barriere stand, die als Hebestelle für Wege- und Brückengelder genutzt wurde.

Hermann-Schmeinck-Platz und Hermann-Schmeinck-Straße

Hermann Schmeinck

 

geboren 07.10.1827 in Bocholt

gestorben 31.12.1915 in Rhede

 

Der Hermann-Schmeinck-Platz und und die Hermann-Schmeinck-Straße wurden nach einem der größten Wohltäter in der Geschichte Rhedes, dem Vermögensstifter Hermann Schmeinck benannt. Er vermachte sein Vermögen nach seinem Tod dem Armenfond von Rhede. In seinem Testament datiert vom 22.8.1906 heißt es: "...Ich bestimme, daß der Armenfond von Rhede Universalerbe meines übrigen beweglichen und unbeweglichen Nachlasses sein soll, und derselbe vom derzeitigen Amtmann unter Mitwirkung der Armendeputation verwaltet werden soll...". Bei dem Vermächtnis handelte es sich um ein großes Haus mit Nebengebäuden, das Schmeinck selbst bewohnte, sowie einen Eiskeller, einen großen Garten und mehrere Grundstücke. Das Barvermögen wurden aufgeteilt auf die Krankenhäuser Rhede und Bocholt sowie auf die Kirchengemeinde St.-Gudula in Rhede.

 

Die Amtsvertretung Rhede hat in den 1920iger Jahren zum Gedenken an Hermann Schmeinck ein Ölbild malen lassen, das noch heute im Eingangsbereich des St.-Vinzenz-Hospitals an den Wohltäter erinnert. Das Grab auf dem alten Rheder Friedhof wird von der Stadt gepflegt.

 

 

Hohe Straße

Straßenschild Hohe Straße

Die Hohe Straße war im 19. Jahrhundert Teil der Poststrecke zwischen Münster-Borken-Rhede-Bocholt, ein anderes Mal war sie Teil der Kreisstraße Münster-Borken-Bocholt und heute ist sie Teil der verkehrsberuhigten Zone in der Rheder Innenstadt.

 

Aufgrund ihrer Lage gehört sie zu den wichtigsten Straßen in Rhede. Gleichzeitig erinnert der Anblick der Hohen Straße sehr an das Rhede aus vergangenen Zeiten, denn die historische Bebauung ist weitgehend erhalten. Die Straßenführung, Straßenbreite und Parzellierung haben die Zeit ohne bedeutende Änderungen überstanden. Der gesamte Straßenzug ist vom städtebaulichen Aspekt her prägend und die Gesamtsituation für Rhede erhaltenswert.

Im Kretier

Hinter der Friedlandsiedlung führt die Straße "Im Kretier" direkt auf das Haus Kretier, das der Straße ihren Namen gab. Das Haus Kretier war ursprünglich eine Art Ritterburg mit einem ausgeklügeltem Grabensystem, das vor feindlichen Angriffen schützen sollte. Ein Teil dieser Gräben ist als Gräfte um das heutige Haus noch heute erhalten.

 

Das Haus stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehört zu den noch erhaltenen Herrensitzen in Rhede. Während der Jahrhunderte befand sich das Haus im Eigentum mehrerer Besitzer, u.a. im Jahre 1661 im Besitz des Dietrich Arnold von Pasqualini. Als Pasqualini in die Burg einzog, war der 30jährige Krieg noch in frischer Erinnerung, Tod und Verwüstung waren über die Lande hinweggezogen und hatten auch Rhede heimgesucht. In dieser Zeit fällt auch die Sage vom "Blutregen von Kretier", denn im Winter des Jahres 1671 soll es in den Gräben von Kretier Blut geregnet haben, das dann zu rotem Eis gefror.

 

Später ging das Haus Kretier an die Familie van Hövell über, als die einzige Tochter von Maximilian Pasqualini und seiner Frau Anna Friederike von Coevorden, Anna Judith Elisabeth, im Jahre 1737 den holländischen Baron Johann Hermann Winold van Hövell heiratete. Seitdem ist das Haus Kretier im Besitz der Familie van Hövell.

Kocksgasse

Straßenschild Kocksgasse

Die Kocksgasse führt vom Markt zur Deichstraße. Ihr Name ist in den letzten 170 Jahren recht unterschiedlich; so schrieb er sich abwechselnd "Kocks, Köcks, Köchs, Kochs und Koks". Daher leiten sich wohl auch die verschiedenen Erklärungsversuche des Straßennamens ab. 1813 soll sich angeblich in der Gasse eine Truppenküche für durchziehende russische Soldaten befunden haben, ein anderes Mal führt man den Namen auf die umfangreichen Kohlelieferungen zurück, die in der Gasse stattgefunden haben.

 

Der Name Kocks aber ist viel älter, bereits in den Personenschatzungsregistern von 1662 und 1672 wird für das damalige Dorf Rhede ein Johann Kocks, wohnhaft auf der sogenannten "Haus-Rhedischen-Seite" erwähnt. Daher auch wohl der Name "Kocksgasse".

 

Leo-Statz-Weg

Leo Statz

 

geboren 17.07.1898 in Köln

gestorben 01.11.1943 in Berlin

 

Leo Statz wurde Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Düsseldorf. Der Direktor der Birresborner Mineralbrunnen AG wurde 1936 Vorsitzender des Karnevalsausschusses der Stadt Düsseldorf. Als gebürtiger Kölner versuchte er zu verhindern, dass nationalsozialistisches Gedankengut den Karneval und das rheinische Brauchtum vereinnahmte. Leo Statz war kein Mann des Widerstandes, aber er hatte seine Überzeugung und Distanz zum Nationalsozialismus nicht verleugnet, was ihm zum Verhängnis wurde.

 

In Berlin wurde Leo Statz von dem berüchtigten Präsidenten des Volksgerichtshofes, Dr. Freisler, zum Tode verurteilt und trotz zahlreicher Gnadengesuche am 1. November 1943 im Alter von 45 Jahren hingerichtet.

 

Leo Statz kam 1942 nach Rhede. Er war mit der Tochter des Rheder Textilfabrikanten Wegmann, Mia Wegmann, verheiratet. Am heutigen Leo-Statz-Weg Nr. 6 ließ Statz 1942/43 ein Haus errichten. Die Initialen im Balkongitter LSM erinnern noch heute an Leo und Mia Statz.

Markt

Das wirtschaftliche Zentrum vieler Städte bildete und bildet auch heute noch der Markt, dem oftmals eine Nah- und Fernfunktion zukam. Manche Städte verdanken sogar ihre Entstehung der Tatsache, daß eine nichtstädtische Siedlung mit Marktrecht versehen und so zur Stadt erhoben wurde.

 

Markt bezieht sich aber auch auf eine Ortschaft, die nicht Stadt war, aber eine Landstandschaft (Recht auf dem Landtage zu erscheinen, 15.-18. Jahrhundert) besaß. Hierzu gehörte auch Rhede.

 

Urkundlich erwähnt wird der Markt in Rhede in einer Urkunde des Bischofs Maximilian Franz vom Jahre 1789 , in der er den Einwohnern von Rhede das Recht verleiht, jährlich zwei Märkte abzuhalten. Als Platz diente zu jener Zeit der Kirchhof auf der Pastorsseite bzw. auch Teile des heutigen Marktes auf der Rhemen- bzw. Wartensleben´schen-Seite (ehemalige Besitzer des Hauses Rhede).

 

Durch die Verlegung des Wochenmarktes auf den Hermann-Schmeinck-Platz (heute auf dem Rathausplatz) hat der Marktplatz den Charakter eines Marktes im eigentlichen Sinne des Wortes jedoch verloren.

Mittelmannstraße

Bernhard Mittelmann

 

geboren am 22.07.1902 in Rhede

gestorben im August 1965 in Rhede

 

Die Mittelmann-Straße erinnert an Bernhard Mittelmann, der die Kommunalpolitik in Rhede in der Nachkriegszeit wesentlich geprägt hat. Mittelmann, der den Beruf des Webers erlernte, wurde bereits als junger Mann Mitglied der Katholischen Arbeiterbewegung. Bereits vor dem Dritten Reich engagierte er sich in der Kommunalpolitik, vor 1933 gehörte er dem Rheder Gemeinderat an.

 

1946 wurde Bernhard Mittelmann für die CDU in den ersten Gemeinderat und den Kreistag gewählt, 1948 wurde er Amtsbürgermeister in Rhede.

 

Bürgermeister Bernhard Mittelmann verstarb im Jahre 1965 bei der Wahrnehmung repräsentativer Verpflichtungen.

Schmöldersstraße

August Franz Schmölders

 

geboren 28.11.1809 in Rhede

gestorben 1880

 

Der in Rhede geborene August Franz Schmölders studierte Philosophie und orientalischer Sprache. Schmölders war von 1844 bis zu seinem Tode im Jahre 1880 Professor für Orientalistik in Breslau. Er gehörte zum Freundeskreis des Breslauer Fürstbischofs Melchior Kardinal von Diepenbrock, der aus Bocholt stammte und mit dem er sich gern im Münsterländer Platt unterhielt.

Tempel

Der Name Tempel läßt sich auf den Zufahrtsweg zur alten Kirche (Tempel) zurückführen. Es gab Mutmaßungen, dass dort evtl. ein jüdisches Gebetshaus gestanden haben soll; dieses hat sich jedoch nie bestätigt. Ein Fragenkatalog aus dem Jahr 1661, der das religiöse Leben in Rhede beschreibt, besagt, daß auf dem Kirchhof 5 kleine Häuser neben der Schule stehen sollen. Eines von den Häusern wird von einem Branntwein-Krämer bewohnt, das zweite von einem Bäcker, das dritte wird als Custos Templi benannt, das vierte bewohnt ein Schmalkenbäcker und das fünfte ist unbewohnt. Wahrscheinlich ist der Name Tempel aus dem dritten Haus Custos Templi (=Küster) entstanden.

Urnenfeld

Der Straßenname Urnenfeld zeigt bereits an, daß er sich auf die zahlreichen Funde, die in der Nähe des Gutes Winkelhausen in der Vergangenheit gefunden wurden, bezieht. Aus dem Jahre 1902 stammt der erste Hinweis auf die Entdeckung eines Urnenfriedhofes. Viele Urnen waren zwar bereits zerstört, doch konnten noch 3 Urnen und 1 Bleigefäß gerettet werden. Weitere Urnen fand man 1910 beim Bau eine Sandsteinziegelwerkes. 1926 wurde abermals bei Erdarbeiten an der Rennbahn eine Urne mit Asche und Knochenresten gefunden und 10 Jahre später im Jahr 1936 fand man bei Wegearbeiten 2 mit Brandknochen gefüllte Urnen. Bis zum Jahre 1962 fand man noch einige Urnen bei Bauarbeiten auf dem Gelände, den größten Fund fand man aber bei der Errichtung des Sportzentrums im Jahre 1980 - zu dem Zeitpunkt wurden rund 150 Urnengräber entdeckt.

 

Die Urnengräber in Rhede stammen aus der älteren Eisenzeit (6. Jahrhundert vor Christus) und der jüngeren Bronze- bzw. Eisenzeit (ca. 11.-7. Jahrhundert vor Christus). Für die Geschichte der Stadt Rhede bedeutet dies eine relativ frühe Besiedlung, die sich an das germanische Siedlungsgebiet in Richtung Rheinland orientierte.

 

Der Straßenname Urnenfeld, seit 1962 bestehend, erinnert an diese frühe Besiedlung Rhedes.

Winkelhauser Esch

Der Straßenname Winkelhauser Esch verdankt seinen Namen dem Herrenhaus Winkelhausen und den Winkelhauser Bergen. Bei dem Herrenhaus handelt es sich um ein sogenanntes Haus in den Bergen, umgeben von weiten Heideflächen, kleinhügeligen Tannenwäldern und Feldern.

 

Im Jahre 1316 war Winkelhausen ein Lehngut der Herrschaft Steinfurt, mit der Ritter Werner von Rede belehnt war. Zum Lehngut gehörten noch, so steht es im Steinfurter Lehnbuch geschrieben, das Haus Gozinnich (Gesing) und das Haus Hovestädt mit der Mühle Winkelhausen. Der Name Winkelhausen wird auf das Geschlecht zurückgeführt, das im 13. Jahrhundert im Kirchspiel Rhede seinen Sitz hatte.

Wolbrinkstraße

Straßenschild Wolbrinkstraße

Gerhard Bernard Wolbring

 

Die Wolbrinkstraße erhielt ihren Namen im Jahre 1926 von der damaligen Gemeinde Rhede. Sie erinnert an den Wundarzt Gerhard Bernard Wolbring, der am 11. November 1756 in Rhede geboren wurde. Die abweichende Endung im Straßenamen, lässt sich aus den Verhältnissen des 18. Jahrhunderts erklären, als noch keine so klare Unterscheidung zwischen g und k in der Endung getroffen wurde.

 

Wolbring, der Medizin studierte, erhielt im Jahr 1784 seine Approbation als Wundarzt und zwei Jahre später als Geburtshelfer. Wolbring konnte sein Wirken vor allem in den Jahren um 1818 beweisen, als im November diesen Jahres eine Seuche ausbrach, die zunächst als Nervenfieber - dann aber als Typhus erkannt wurde. Dem Wundarzt Wolbring ist es mit zu verdanken, dass die Seuche sich nicht weiter ausbreitete - zahlreiche Bürger verdanken ihm ihr Leben.

 

Chirurgus Wolbring, wie er auch genannt wurde, starb in Rhede am 13. Januar 1820 an Brustfieber.

Zur Rennbahn

Die Straße Zur Rennbahn verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie der direkte Verbindungsweg von Rhede zu einer in den Winkelhauser Bergen gelegenen Radrennbahn war.

 

In Rhede war 1896 die Radsportbegeisterung groß und so bildete sich in dem Jahr der Radfahrerverein Central, der im Jahre 1925 in den Winkelhauser Bergen eine Radrennbahn errichtete. Dabei handelte es sich um eine stabile Zementbahn, auf der im Frühjahr und in den Sommermonaten an den Sonn- und Feiertagen oftmals große Rennen und auch Länderkämpfe stattfanden. 1954 fand auf der Rennbahn eines der letzten Rennen statt. Danach verfiel sie zusehends und wurde in der Folgezeit Stück für Stück abgetragen.

 

Das Radfahren hatte in Rhede stets hohe Bedeutung und so ist es nicht verwunderlich, dass die damalige Gemeinde Altrhede am 1. Februar 1938 beschloss, die Straße von der Bocholter Straße an der Rennbahn vorbei in "Zur Rennbahn" zu benennen.

 

 

Zum Inhalt springen
Zum Seitenanfang und Seiteninhaltsnavigation springen
Zur Hauptnavigation springen

Zum Inhalt springen
Zum Seitenanfang und Seiteninhaltsnavigation springen
Zur Hauptnavigation springen

Zum Inhalt springen
Zum Seitenanfang und Seiteninhaltsnavigation springen
Zur Hauptnavigation springen