„Rheder Initiative“ sammelt Ideen und Erfahrungen
- In unserem Betrieb dauert es sicher sechs Monate, bis sich die neuen Mitarbeiter mit dem System auskennen. Deshalb sind wir dankbar für jeden Beschäftigten, der bei uns bleibt. Das ist für uns bares Geld.
- Wir sind ja nur ein kleiner Betrieb, da ist es besonders wichtig, dass wir alle an einem Strang ziehen.
- Meine Angestellten können sich ihre Arbeitszeiten ganz frei im Team absprechen. Wichtig ist mir doch, dass die Öffnungszeiten besetzt sind und die Kunden gut betreut werden und das können zufriedene Mitarbeiter sicher besser.
Solche und ähnliche Aussagen konnten Sonja Telahr von der EWIBO und Veronika Droste vom Netzwerk Westmünsterland e.V. von Unternehmern aus Rhede in den letzten Wochen mehrfach hören. Sie waren im Auftrag des lokalen Bündnis für Familie im Rahmen der Rheder Initiative unterwegs. Im November sind vom Bündnis Fragebögen an fast 500 Unternehmen im Ort verschickt worden, um sich einen Überblick über die Familienfreundlichkeit in Unternehmen zu verschaffen und gute Beispiele sammeln. Frei nach dem Motto: "Tue Gutes und rede darüber.“ Die Unternehmen waren aufgefordert ihre familienfreundliche Personalpolitik anhand eines Fragebogen kurz darzustellen.
„Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ ein hochaktuelles Thema.
Deutlich wird, dass das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zurzeit ein hochaktuelles Thema ist. Durch den Rückgang der Bevölkerung und die Verschiebung der Altersstruktur in Richtung älterer Jahrgänge sinkt die Anzahl der Erwerbstätigen. Im Wettbewerb um die Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zählt nicht nur das Einkommen sondern die Mitarbeiter/innen erwarten zunehmend eine Personalpolitik in der der Faktor Familienfreundlichkeit großgeschrieben wird. Für viele Männer und Frauen müssen Familienaufgaben wie Kinderbetreuung oder die Pflege der Eltern und eine erfolgreiche Berufstätigkeit „unter einen Hut“ gebracht werden.
Hilfreich hierbei sind beispielsweise Maßnahmen wie das Bereitstellen von Informationen zum Thema Kinderbetreuung oder Pflege, das Angebot von verschiedenen Arbeitszeit- oder Pausenregelungen, unterstützenden Maßnahmen zur Gesunderhaltung, finanziellen Unterstützungen wie Benzingutscheine, Firmenrabatte etc., oder das Angebot an junge Mütter eine Ausbildung in Teilzeitform zu absolvieren.
Mitentscheidend für die Einführung solcher Modelle sind zum einen wie schon beschrieben, der sich entwickelnde Fachkräftemangel aber ebenso der betriebswirtschaftliche Nutzen für die Unternehmen durch eine bessere Mitarbeiterbindung, höhere Motivation und geringere Fluktuation. Anhand zahlreicher Untersuchungen wurden diese klaren Vorteile für Unternehmen mit familienfreundlicher Personalpolitik bewiesen.
Dass auch bei vielen Rheder Unternehmen diese Botschaft angekommen ist, bewies die Auswertung der Rheder Initiative. Etliche kleine aber auch größere Unternehmen aus Rhede hatten sich an der Aktion des Lokalen Bündnisses beteiligt und von ihren „Maßnahmen“ berichtet.
Einige dieser kleinen aber feinen Ideen stellen wir gern mit Erlaubnis der „Verantwortlichen“ vor:
- „Elternzeitler“ vertreten die Auszubildenden im Betrieb, wenn diese die Berufsschule besuchen. Die jungen Mütter bleiben im Geschäft, die Ausfallzeiten der Auszubildenden werden überbrückt.
- Es gibt einen Zuschuss zum Kindergartenbeitrag der Mitarbeiterkinder; kann als steuerfreies Extra vom Unternehmen gewährt werden und hält zum Beispiel den erfahrenen Meister im Betrieb.
- Die Beschäftigten nutzen Arbeitszeitkonten und sind damit flexibel bei höherem Arbeitsaufkommen aber auch bei familiären Terminen.
- Regelmäßige Gespräche sorgen für einen guten Austausch sowohl von Unternehmens- als auch von Mitarbeiterseite
- In besonderen Notsituationen können Kinder mitgebracht und von der Seniorchefin betreut werden.
- Wichtig ist nach Ansicht vieler Arbeitgeber ein funktionierendes Vorschlagswesen; die Beschäftigten sind mehr eingebunden und damit deutlich besser motiviert.
Deutlich wurde das Familienfreundlichkeit in Unternehmen nicht von der Größe des Betriebes ab, sondern auch in kleinen Unternehmen gelebt werden kann. Ein herzlicher Dank von der Arbeitsgruppe für das Engagement geht dafür auch an folgende Firmen aus Rhede:
- Reisebüro van Waasen
- Rademacher Geräte Elektronik
- Elektro Schulten
- Steuerberatungsgesellschaft Duhme
- Blumen Nobis
- Gemüse Pieper
- Giesing Zweirad GmbH
- Bäckerei Wissing
- Bestattungshaus Wroblowski
Die Arbeitsgruppe „Familie und Beruf“ des lokalen Bündnis freut sich weiterhin über gute Beispiele und Tipps aus der Praxis der Rheder Unternehmen. Ansprechpersonen dafür sind:
- Ute Schulte, Telefon 02872-930-240
- Sonja Telahr, Telefon 02871/21765625
- Veronika Droste 02561/89630203




