Standortportrait - kurz + knapp

Wirtschaftsstandort Rhede
Das 19.000 Einwohner zählende Städtchen Rhede liegt an der Grenze zwischen Münsterland und Niederrhein oder - wie die Rheder gerne selber sagen - zwischen Holland und dem Ruhrgebiet. Rhede verfügt über gute Verkehrsanbindungen. Die Bundesautobahn A 3 ist ebenso schnell erreichbar wie die Autobahnen A 31, A 43 sowie die A 1. Wer mit der Bahn unterwegs ist, erreicht Rhede über die Bahnhöfe in den Nachbarstädten Bocholt und Borken. Und die Flughäfen Düsseldorf und Münster/Osnabrück erreichen Sie mit dem Auto in einer knappen Stunde, bis Schiphol in Amsterdam brauchen Sie ungefähr 2 Stunden.
Wirtschaftsgeographisch bietet der Standort Rhede besondere Vorzüge, nämlich durch seine unmittelbare Nähe zum Nachbarland Niederlande sowie zum Ballungsraum an Rhein und Ruhr.
Die Textilkrise, die Mitte der 1980er Jahre Rhede völlig unvorbereitet traf, kostete mehr als 800 Arbeitsplätze. Sie war aber gleichzeitig Chance, sich aus der Monostruktur zu befreien. Neue Gewerbegebiete wurden ausgewiesen und städtische Förderprogramme setzten eine Dynamik in Gang, die die Arbeitsplatzverluste der Textilkrise mehr als kompensierten. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelte sich von 2.857 im Jahr 1984 auf nunmehr 4.650; das entspricht einem Zuwachs von 62 %.
Der Gewerbesteuerhebesatz liegt bei 411 %, das mittlere Mietpreisniveau bei ca. 5 Euro/qm.
Branchenmix

Die Wirtschaftsstruktur in der Stadt Rhede ist nach dem Niedergang der Textilindustrie durch eine starke Branchendiversifizierung gekennzeichnet und gewährleistet damit eine stabile wirtschaftliche Grundlage. Wesentliche Wirtschaftsbereiche sind Maschinen- und Metallbau, Holz- und Kunststoffverarbeitung, Elektronik, Kabelherstellung, Textilverarbeitung, Süßwaren, Baugewerbe sowie im tertiären Sektor der Handel und sonstige Dienstleistungsbetriebe.
Hand in Hand - gemeinsam voran
Wichtigster Partner der Stadt Rhede im Bereich der Wirtschaft ist die Verkehrs- und Werbegemeinschaft Rhede. Der eingetragene Verein hat eine hauptamtliche Geschäftsführerstelle. 200 Mitglieder aus Handel, Gastronomie, Handwerk, Dienstleistung und Industrie ziehen hier an einem Strang, um den Wirtschaftsstandort Rhede voran zu bringen. Zwei örtliche Geldinstitute unterstützen die Arbeit personell, während die Stadt Rhede sich mit einem beträchtlichen Zuschuss an den Personalkosten beteiligt.
(Fachhoch-) Schulen und Bildung
3 Grund-, 2 Haupt- und eine Realschule befinden sich direkt am Ort. In unmittelbarer Nachbarschaft, in Bocholt und Borken, vervollständigen 6 Gymnasien das schulische Angebot. Volkshochschule und Musikschule, gemeinsam mit den Städten Bocholt und Isselburg betrieben, gehören seit Jahren zu den populären Bildungseinrichtungen.
Ein Fachseminar für Altenpflege, eine Weiterbildungsschule zur Fachschwester bzw. Fachpfleger für Psychiatrie sowie eine Schule für Erziehungshilfe runden das Spektrum weiter ab.
Direkt vor der Haustür liegt die Abteilung Bocholt der Fachhochschule Gelsenkirchen mit ihren Studiengängen Elektronik, Maschinenbau und Wirtschaft. Sie stellt für die Stadt Rhede einen wichtigen Standortvorteil dar. Die Fachhochschule trägt u.a. durch Praktika, Praxissemester und Diplomarbeiten mit dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen zu stärken und das innovative Klima in den Unternehmen zu fördern.
Stillstand ist Rückschritt - Perspektiven der Stadtentwicklung

1994 wurde das Stadtmitteprojekt realisiert. Damit wurden wesentliche innerstädtische Funktionen wie Handel, Dienstleistungen, öffentliche Verwaltung, Kultur, Wohnen und Bürgerbegegnung in der Innenstadt gebündelt.
Ein weiterer wichtiger Impuls erfolgt nun durch das Innenstadt-Bauprojekt "derbach". Ein großer Schritt für die künftige Entwicklung der Stadt Rhede steht damit unmittelbar bevor. Auf rund 6.000 m² Fläche im Herzen der Rheder Innenstadt sollen Wohn- und Geschäftsnutzungen am Rheder Bach entstehen. Eine Uferpromenade soll zum Bummeln und attraktive Plätze zum Verweilen einladen. Seit über 20 Jahren ist die Bebauung des Areals immer wieder diskutiert worden, jetzt ist sie zum Greifen nah! Stadt und private Grundstückseigentümer sind sich einig und auch die breite Öffentlichkeit ist seit Beginn des Planungsprozesses in puncto Innenstadtentwicklung intensiv einbezogen worden. Die Politik hatte bereits im Juli 2002 die Weichen für dieses wichtige Projekt gestellt: Ein integriertes Handlungskonzept für die Entwicklung der Innenstadt wurde erarbeitet, ein Fachbüro mit der Einschätzung der realistischen Entwicklungspotenziale und Perspektiven für die Stadt Rhede beauftragt. Der nun vorliegende Entwurf soll städtebauliche Akzente setzen und gleichsam der gesamten Innenstadt neue Impulse geben. Das Innenstadtprojekt soll auch künftig genügend Kaufkraft am Ort binden und Perspektiven für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung bieten. Im Plangebiet "derbach" bieten sich für bestehende Betriebe Möglichkeiten zur Standortverlagerung, weiterhin können Nischenanbieter hier für weitere Anreize sorgen.
Eine vorausschauende Gewerbeflächenbevorratung ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Darum ist die Stadt Rhede jederzeit in der Lage, Gewerbeflächen in nahezu jedem gewünschten Zuschnitt preisgünstig zu veräußern. Hand in Hand mit der Ausweisung von neuen Gewerbegebieten muss natürlich auch die Schaffung von Wohnbauland einhergehen. Der kontinuierliche Bevölkerungszuwachs in Rhede ist sicherlich Ausdruck dafür, dass das Miteinander von Wohnen und Arbeiten bisher gut gelungen ist.
L(i)ebenswertes Rhede

Mit den zwei über die Region hinaus bekannten Museen - dem Gesundheitsmuseum und dem Spielzeugmuseum - sowie zahlreichen historischen und kulturell bedeutsamen Gebäuden zwischen Kirche und Schloss hat die Rheder Innenstadt einiges zu bieten. Gemütliche Kneipen und eine vielseitige Gastronomie laden hier zum Schlemmen und Klönen ein.
Unter dem Motto "Kultur zum Aufladen" entfaltet sich eine kulturelle Vielfalt, die wirklich bemerkenswert ist. Bildende wie darstellende Kunst, Literatur, Musik und Tanz gehören zum festen Bestandteil des Repertoires. Dabei sind es die kleinen aber feinen Programme, die Rhedes Kulturlandschaft die eigene Note geben. Ein literarischer Abend in der alten Brennerei bei einem Glas Wein ist ebenso ein Erlebnis und ein Genuss wie ein Jazz-Abend in einer Rheder Kneipe oder Live-Musik bei Kerzenschein in historischen Gemäuern oder Wildgärten.
Ein ausgeprägtes und lebendiges Vereinsleben ist kennzeichnend für Rhede und die Rheder. Darüber hinaus lieben die Rheder die Geselligkeit. Eine Fülle von Veranstaltungen, seien es Schützen- oder Nachbarfeste oder andere attraktive Events, wie das Weinfest, der Bauernmarkt, der Klumpensonntag, die Rheder Kirmes oder "der märchenhafte Weihnachtsmarkt" bieten immer wieder Gelegenheit zu stimmungsvollen Feiern.
Bekannt geworden ist Rhede besonders durch den Sport. Aus dem LAZ Rhede gingen Weltklasse-Leichtathleten hervor und das alljährlich von Tausenden besuchte Internationale Leichtathletik-Sportfest galt in der Fachpresse immer als das "größte Dorfsportfest der Welt". Heute erlebt das Leichtathletik-Meeting wieder eine Renaissance. Während viele andere große Meetings wegen fehlender Sponsoren von der Bildfläche verschwanden, blüht das Rheder Sportfest nun wieder richtig auf. Stars zum Anfassen, lautet hier die Devise, wie auch beim traditionellen Rad-Klassiker "Rheder City-Nacht". Die Rheder Innenstadt ist zum Bersten voll, wenn die Stars der internationalen Radsport-Szene jeweils freitags nach der Tour de France den Weg nach Rhede und durch die engen Straßen der Innenstadt finden. In den vergangen Jahren konnten sich so namhafte Athleten wie Rolf Aldag, Erik Zabel, Lance Armstrong, Alexander Winokurow oder Ivan Basso in die Siegerlisten eintragen. Auch im Reitsport kommen Welt- und Europameister aus Rhede, sei es im Voltigieren oder im Ponyreiten. Hochkarätig besetzte Reit-, Dressur- und Voltigierturniere ziehen nicht nur die Kenner des Reitsports in ihren Bann.


